Aktivitäten


Auf Einladung von Herbert und Margrit Weibel findet die diesjährige Spridget-Sommeraus¬fahrt in einem jener reizvollen Reservate statt, wo in Form von Steuer-Oasen und speziell reservierten Freigehegen ein Artenschutz-Programm der besonderen Art betrieben wird und wo sich angeblich (was mir bisher weniger bekannt war) Luchs, Wolf und Rentier zum Business-Lunch treffen. Kurz und gut im schönen Kanton Obwalden. Aufgrund der Erfahrungen des letzten derartigen Raids im Jahre 2003, wo es nicht nur den ZH-Spridgets eindeutig Zu Heiss wurde und die meisten Teams noch weit unterhalb der anvisierten Berggipfel fröhlich abkochten, wurde der diesjährige Event in den Frühling vorverlegt. Nach einer (in jeder Beziehung) zügigen Anreise bei schönstem Frühsommerwetter entlang des Thuner- und Brienzer-Sees über den Brünig erreichen wir Berner Oberländer rechtzeitig den Treffpunkt in Alpnach Dorf, wo bereits das Gros der Ausfahrts-Teilnehmer/innen gemütlich bei Kaffee und Gipfeli beisammen sitzt.

 

Nach einer kurzen Erklärung zu den geplanten Foto-Sessions und zur Route geht’s mit den Fröschen, bzw. Kobolden und Knirpsen (11 an der Zahl) wie von Herbert versprochen auf reizvollen Nebensträsschen durchs wunderbar blühende, chnütschgrüne Obwalden, wo wir von den wartenden Fotografen eifrig geknipst werden.

 

Vielleicht wegen Lampenfiebers, vielleicht auch wegen des durch die Knipserei verursachten Stopp-and Go-Verkehrs lässt es sich Charly’s und Martina’s SG-Frosch nicht nehmen, schon nach wenigen km frischfröhlich abzukochen. Durch den Zwangshalt kamen dann auch andere Spridgets ins Schwitzen.

 

Nach diesem kaum erwähnenswerten Zwischenfällchen geht’s nach Kerns auf einen Bauernhof zum Aperitif, wo nicht nur zartes Gemüse gedipt sondern auch getippt werden darf, wie viel Meter über Meer der Bauernhof liegt und mit wie viel Tonnen der kapitale Stier den Boden verdichtet. Dieser mit einer Flasche Wein dotierte Wettbewerb gewinnt (Ironie des Schicksals) ausgerechnet der jüngste (nur mit dem kleinen Alkoholpatent ausgestattete) Ausfahrtsteil¬nehmer Lukas (mich als Lukas Vater kann’s freuen). 

 

Zu diesem Zeitpunkt kann noch niemand erahnen, dass an dieser Ausfahrt einem andern Teilnehmer bereits das zweite Mal hintereinander der wesentlich höher dotierte Pechvogel-Preis zufallen wird. Aber schön alles der Reihe nach.

 

Nach dem gemütlichen Bauernhof-Apéro geht’s abermals auf Nebensträsschen dem eigentlichen Ziel, nämlich der Mittagsverpflegung in Kaltbad auf dem Glaubenberg entgegen. Der damit verbundene, recht heftige Anstieg benützt der bereits erwähnte SG-Frosch abermals für eine kleine Abkoch-Pause, bei der sich Alain Koller, Lukas und ich als Wasserträger und Hilfsköche beteiligen dürfen; dabei nicht ahnend, dass sich zur selben Zeit ein paar Kurven weiter oben mit einem andern SG-Frosch schreckliches ereignet. Denn nach unserem erfolgreichen Wiederbelebungsversuch stossen wir nach kurzer Zeit auf das Gros der Ausfahrtsteilnehmer, das gerade im Begriffe steht, Roberts wüst zugerichteter Frosch aus dem Walde zurück auf die Strasse zu hieven.

 

Erst oben in Kaltbad erfahren wir, dass Robert einem entgegenkommenden Renntier (auf zwei Rädern anstatt vier Hufen) gebührend Platz machen wollte; dabei offenbar über den schmalen Strassenrand hinaus geraten ist und sich nach einem üblen Ritt über Stock und Stein im finstern Walde wieder fand. Wilhelm Busch, der geistige Vater von Max und Moritz hätte dazu wohl wie folgt geurteilt: „Robert blieb zum Glücke heil, doch der Frosch hat seinen Teil! 

Und die Moral von der Geschicht, man traue den Renntieren nicht!“ 

 

Dass nach diesem höchst bedauerlichen Zwischenfall beim Mittagessen in Kaltbad nicht gerade Feststimmung aufkommt, dürfte einleuchten. Auf alle Fälle beschliessen wir drei Berner Fahrzeug-Besatzungen die für uns günstige Lage des Glaubenberges zu nutzen und das Renntier-Revier in Richtung Biosphäre Entlebuch zu verlassen, wobei wir ehrlicherweise zugeben müssen, dass wir uns noch bis nach dem Schalenberg-Pass ständig von marodierenden Renntier-Horden bedrängt und bedroht fühlen müssen. 

 

Der Rest der IG hat sich dann nochmals am Alpnacher-See zum Kaffee zusammengesetzt.

 

FAZIT: Wir danken Herbert und Margrit Weibel (bestimmt auch mit der Zustimmung aller übrigen Ausfahrts-Teilnehmer/innen) ganz herzlich für die (inklusive Wetter) hervorragend organisierte Sommerausfahrt 2009. Dass Herbert beim Abfassen des Programms beim Wörtchen Renntier ein orthographischer Fehler mit (letztlich) verhängnisvollen Folgen unterlaufen ist, nehmen wir ihm selbstverständlich nicht übel. 

Im weitern bleibt zu hoffen, dass die kantonalen Jagd-Inspektorate endlich Einsicht zeigen und (was schon lange überfällig wäre) die frechsten und übermütigsten Renntiere endlich zum Abschuss freigeben! 

 

Bruno Hartmann