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Weiss der Henker welcher Palmwedel mich gestochen oder welche Hexe mich geritten hat, dass ich mich freiwillig dazu verknurrte, den Bericht zur Palmsonntags-Spridget-Ausfahrt 2014 abzufassen. Da ich diesmal weder über übermütige Renntiere im Biosphärenreservat, notor-motorische Pechvögel, Notoperationen am Strassenrand, fröhliche Abkochübungen, Arthurs Spass-Schraubereien und andere Lustbarkeiten schreiben darf, fällt mir meine Chronisten-Aufgabe diesmal nicht leicht. 

 

Nachdem ich noch am Vorabend bei meinem Gägi-Wägi ein Kühlwasserleck entdeckt und mit Hausmitteln kuriert habe, mache ich mich zu unchristlich früher Zeit mit leicht gemischten Gefühlen auf den Weg nach Gisikon-Root. Gemischte Gefühle deshalb, weil der Weg über den renntierverseuchten Schalenberg und das nicht minder gefährliche Biosphärenreservat Entlebuch führt. Meine Befürchtungen erweisen sich jedoch als unbegründet. Vermutlich wegen des noch ziemlich bedeckten Himmels sind auf der gesamten Strecke noch kaum Renntiere anzutreffen, so dass sich mein KNIRPS meistens auf der ganzen Strassenbreite austoben darf. Dementsprechend zügig geht's voran und wir erreichen gerade noch rechtzeitig den vereinbarten Treffpunkt. Dort erwartet uns bereits eine rund zwölfköpfige Gesellschaft von Fröschen, Kobolden und Knirpsen, wobei die Frösche diesmal besonders stark vertreten sind. Zu meiner besonderen Freude steht auch Röbis knallgelber Frosch (mit tiefschwarzen Lidschatten) auf dem Parkplatz.

 

Da sich am immer noch grauen Himmel bereits blaue Flecken zeigen, präsentieren sich alle anwesenden Spridgets bereits freizügig oben ohne, so dass ich dem Gruppendruck nachgebend, meinem auch das Top ausziehe.

 

Nach der Begrüssung durch unseren IG-Chef (und Frosch-Präparator) Urs und den heutigen Tourorganisator Herbert werden uns zwei neue Leidensgefährten, nämlich Alex und Simon vorgestellt. Leidensgefährte deshalb, weil sie es offenbar für eine kluge Idee hielten, sich auch so ein Leidens-Gefährt anzuschaffen. 

 

Danach geht's unter Herberts kundiger Leitung bei immer sonniger werdendem Wetter auf abwechslungsreicher Strecke mit Blick auf stattliche Bauernhöfe, wunderbar blühende Obstbäume, von Löwenzahn gelb leuchtende Wiesen, blau schimmernde Seen unserem ersten Ziel, der auf dem Lindenberg liegenden Johanniter Kommende Hohenrain entgegen. Auf dem Burghügel angelangt, geniessen wir bei strahlendem Sonnenschein erst einmal den Tiefblick auf die geradezu betörend liebliche Seetal-Landschaft und lauschen dazu Herberts Erläuterungen zur Bedeutung der Johanniter Kommende Hohenrain zur Zeit der Jerusalem-Pilger und Kreuzritter. 

 

Anschliessend schreitet Mann/Frau zum obligaten Apéro, wo wir von Mägi und Herbert mit Obwaldner Parmigiano, Früchtebrot und einem Gläschen Heidegger Schloss-Abfüllung verwöhnt werden. 

 

Nach dieser Stärkung fährt's auf kleinen, kurvenreichen Strässchen (ich verzichte darauf, die gelben Wiesen und blühenden Bäume und Sträucher ein weiteres Mal zu erwähnen) zum nächsten Höhepunkt, nämlich dem Mittagessen auf dem schönen Aussichtspunkt Horben (AG). 

 

Dank Herberts Vorreservation finden wir auf dem stark frequentierten Horben schön gedeckte Tische und eine reichhaltige Speisekarte vor. Nach der Mittagsrast fahren wir via Müswangen - Hämikon - Sulz - Gelfingen zum abermals prächtig gelegenen Schloss Heidegg, wo wir im Halbschatten des Schlossparks und abermals wunderbaren, wässerigblauen Tiefblicken den schwarzen Kaffee geniessen und die obligaten Benzin- und anderen Gespräche führen.Anschliessend macht uns Herbert darauf aufmerksam, dass sich der offizielle Teil unserer Palmwedel-Ausfahrt bereits dem Ende zuneige und deshalb Opfer für die Organisation der Herbst-Ausfahrt und fürs Abfassen des Touren-Berichtes gesucht würden. Da ich aus Erfahrung weiss, dass jeweils die Novizen/Newcomer zu diesen unangenehmen Ämtchen verknurrt werden und ich mit unserem neuen Leidensgefährt-Besitzer Alex leichtes Bedauern verspüre, melde ich mich wie bereits eingangs erwähnt, wider jegliche Vernunft freiwillig als Chronist. Nach der unvermeidlichen Abschiedszeremonie geht's auf den Heimweg, der wegen den kaum zu überbietenden Begleitumständen ziemlich ergiebig ausfällt, so dass ich erst gegen halb Acht mit viel Sonne im Herzen und in der Birne zuhause ankomme.

 

 

Herbert und Mägi, dem Petrus und allen, die mit Ihrer Anwesenheit zum Gelingen dieses wunderschönen Anlasses beigetragen haben, nochmals ein herzliches Dankeschön für die von A - Z gelungene Frühlings-Ausfahrt 2014.