Aktivitäten


Von Schloss durch Täler, über Hügel mit Bisons, vorbei an Seen ab ins Museum 

 

"Der frühe Vogel fängt den Wurm" sagten sich an diesem sonnigen, wenn auch recht kühlen Sonntagmorgen, 19. April 2015, 14 stolze Oldtimerbesitzer als sie aus allen Richtungen die Fahrstrecke zum Treffpunkt unter die Räder ihrer kleinen Kobolde und Zwerge nahmen 

Erstes Ziel für heute war um 09:30 Uhr das kleine Schloss Schwandegg über dem kleinen Ort Waltalingen im Züricher Weinland unweit von Stein a. Rhein gelegen. Dort, über den Ebenen mit Gemüseanbau und Hängen mit Weinreben, wurde uns zur Stärkung für die vor uns liegende Tagesausfahrt Kaffee mit Gipfeli, Weggli oder gar Zopf gereicht. 

 

Zur Überraschung Vieler trafen auch zwei Midgets aus Calw ( S-W v. Stuttgart ) und Esslingen ( S-O v. S ) auf und auch eine Midget aus Friedrichshafen waren anwesend. Peter aus Singen ( KN, Co-Organisator ) brachte sogar einen Gast aus Jorda-nien, Ziad al Jamal, mit. Erfreulicherweise waren auch sechs Damen mit von der Partie und ein neues Mitglied stiess mit seinem roten Frogeye 1958 zu uns. 

 

Nach den Begrüssungen durch den Organisator Rainer Klose aus Singen und unse-ren Obmann Urs Burkard ( er kündigte an, dass er aus privaten und gesundheitlichen Gründen künftig deutlich kürzer werde treten müssen ) konnten wir uns dann ganz erwartungsfreudig in unsere kleinen, herausgeputzten Wägelchen setzen. Der Sohn von Judith und Heiner, Marco, nahm die Tour mit seinem sauber restaurierten Opel Rekord 1900 L unter die Räder. Er wollte den Tag nochmals geniessen, bevor er dann am Montag in den WK einrücken musste. So starteten dann 9 MG's und 1 AH's/3 Frogeyes sowie ein Opel Richtung ersten Etappenhalt. Dies sollte ein Strässchen über dem Rheintal oberhalb Wagenhausen sein. Von dort hatten wir einen herrlichen Blick ins westlich gelegene Rheintal, weit hinein ins Hegau mit den Resten der Vulkankegel Hohentwil, -krähen, -stoffeln und -hewen, gegenüber direkt Stein a. Rhein und auf den friedlich in der späten Morgensonne liegenden Untersee des Bodensees. Doch die steife Bise zupfte an unseren Klamotten und den Damen an den Frisuren. 

 

Der Trupp musste hier auch ein paar Minuten auf den Frogeye von Arthur, den Schreibenden und den "Besenwagen" von Peter warten. Arthur hatte massive Probleme mit dem Gas. Irgendwie blieb es hängen und der Wagen war so nicht gefahrlos fahrbar. Einige Minuten zuvor, schon kurz vor dem Auftreten des Problems, hatte er ein metallisches Plingen gehört, das er nicht dem Strassenkies zuordnen konnte. Dies machte ihn dann recht stutzig. 

 

Der Tross zog weiter seine Schleifen. Arthur liess den Wagen bergab noch bis zu den ersten Häusern von Bleuelhausen rollen. Dort baute er eigenhändig - assistiert vom neugierigen und handwerklich sehr limitierten Schreiberling ( der hat noch nicht mal Werkzeug dabei ) - kurzerhand die Doppelvergaser ab. Gottseidank hatte er das richtige Gespür für die Sache! Denn das hätte ins Auge, sprich Zylindergehäuse, gehen können. Ein Halterschraubengewinde des Ansaugdeckels des SU-Vergasers hatte sich verselbstständig, sprich vom Unterbau gelöst. Durch die Vibrationen löste sich dann auch irgendwann die Hutmutter und das Gewinde fiel in das Ansaugrohr des Vergasers und blockierte dort die Luftklappe. Wehe diese Gewindestange wäre in den Motor gefallen! Nun, flott hinterher und beim nächsten Etappenhalt in Radolfzell hatten die Beiden den Trupp - welcher natürlich schon gemütlich im Anglerheim am See, bei Kaffe, Bier und Weisswein in Gesprächen vertieft waren - eingeholt.

 

 

Von hier nun ging es, über den Bodanrück zwischen Unter- und Überlingersee, zur Bison- und Vesperstube Bodenwald auf 700 MüM mitten in der Pampas zum Mittagessen. Dort grasten ca. 20 echte Bisons auf einer Weide.  Wir stellten unsere Kobolde und Zwerge in gebührender Distanz und durch einen starken Zaun geschützt, in Linie auf. Das scheint den Tieren dann doch Eindruck gemacht zu haben, denn sie hielten sich in beruhigender Entfernung und grasten friedlich vor sich hin. 

 

Als Nachzügler traf dann auch Peters "Dreizylinder-Besenwagen" auf dem PP ein und wir waren wieder komplett. So konnten auch wir das üppige Angebot an Speisen geniessen, sitzen, erzählen und uns auf weitere Eindrücke freuen. Aus Zeitgründen - und da war nicht nur die Panne schuld, ein solcher Trupp braucht immer etwas Zeit bis er in die Gänge kommt und das Essen liess dann auch etwas auf sich warten - mussten wir auf einen kurzen Verdauungsspaziergang zur recht gut erhaltenen Burgruine Bodmann ( ca. 1170 ) in der Nähe verzichten. Von dort hätte man sicher eine schöne Rundumsicht gehabt und über den Überlingersee schauen können. 

Dass dem Berichterstatter sein ganzes Mittagessen auf die knallgelbe Kordhose plumpste und zu Belustigung bei Mitfahrern und Personal führte, sei nur am Rande erwähnt. Doch auch dieses Malheur wurde unkompliziert und umgehend mit einem nassen Lappen beseitigt. 

 

Wieder machten wir uns dann geordnet auf den weiteren Weg. Querfeldein durch die blühende sonnige Landschaft Richtung Hohentwiel ( ) und unserer letzten Station: Ins MAC, Museum Art & Cars in Singen. Leider mussten sich aus Gründen der fortgeschrittenen Stunde nun einige MitfahrInnen von uns verabschieden. Die Stuttgarter fuhren Richtung Norden heimwärts, die Regensdorfer Richtung Südosten ( Marco zu seinem bevorstehenden WK etwas Beistand leistend ) und Arthur Richtung Züricher Oberland ( einen Freund besuchen ). 

 

Barbara und Alain wollten ihrem Hund das Museum nicht zumuten ( wer weiss, vielleicht hätte er ja auch sein kurzes Beinchen beim einen oder anderen Museumsstück hochgehoben ). Als weitere Überraschung wurden wir dann durch den Organisator Rainer Klose auf eloquente Weise durch das ganze Museum geführt. Scheinbar macht er dies auch semi-professionell bei anderen Gelegenheiten für das Museum. Wir erlebten etwas ganz Spezielles: Nicht nur, dass im Museum wertvolle Einzelstücke ( Leihgaben und Nachbauten von Mercedes Benz, Stuttgart ) zu bestaunen waren. Nein, die letzten 35 Bilder welche Andy Warhol ( 1985, im Auftrag von MB zu deren Centennial ) hergestellt hatte ( malen wäre hier scheinbar der falsche Ausdruck ) hingen im Museum. Passend zu den Ausstellungsstücken. Kurz danach, kam er 1986 wegen einem ärztlichen Kunstfehler auf tragische Weise ums Leben. 

 

Den Abschluss bildete dann ein gemütliches Beisammensitzen bei Kaffee, Ku-chen/Eis im Museumsgarten bevor wir uns wieder in alle Winde verstreuten. 

 

Ein toller Tag, wahrlich! 

 

 

Alex Hauenstein