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Sieben technikbegeisterte oder zumindest -gwundrige Mitglieder der IG trafen sich bei Oldtimerspezialist Toni Schmid (www.technikschmitte.ch)  in Rudolfstetten zum diesjährigen Werkstatttag.


 

 

Toni Schmid ist mit seiner Technikschmitte in der ganzen Schweiz als innovativer Oldtimerspezialist bekannt, welcher nichts dem Zufall überlässt und für jedes Problem auch eine Lösung findet. Er hatte auch schon den Sprite von Alex Hauenstein "in der Kur" und kennt unsere "Autölis" bestens. Er hat sich spontan bereit erklärt, uns in seiner Werkstatt in Rudolfstetten Gastrecht zu gewähren und uns als Fachmann durch den Tag zu begleiten. Herzlichen Dank, Toni.

Sieben IG-Mitglieder trafen pünktlich um 10 Uhr bei Toni ein, grösstenteils mit den Spridgets, auch wenn das Wetter nicht gerade einladend war. Wir behandelten Themen, welche den Teilnehmern "auf der Seele brannten" nicht nur theoretisch, sondern gleich am "lebenden Objekt", sprich an den Autos, an denen wir die Arbeiten ausführten oder instruiert wurden, wie diese zu erledigen sind.

Wir besprachen die Eigenheiten der Fahrwerke unserer Spridgets und die fachgerechte Schmierung. Es gilt, regelmässig die vier Schmiernippel der Vorderradaufhängung (siehe Foto) und bei einzelnen Fahrzeugen die beiden Nippel der Kardanwelle zu "füttern". Die jährliche Versorgung des Lenkgetriebes mit Fett wird ebenfalls häufig vergessen. (Fast) jeder von uns kann diese wichtigen Unterhaltsarbeiten selber erledigen. Eine gute Fettpresse kostet nicht alle Welt und der Spridget wird es uns danken. Die wenigsten von uns haben eine Hebebühne oder eine Werkstattgrube zur Verfügung und müssen für diese Arbeiten das Auto aufbocken. Dabei gilt: Safety first, das heisst, nie unters aufgebockte Auto kriechen, ohne dass dieses mit Unterstellböcken gesichert ist!

Ein weiteres Thema betraf die Bremsen: Bremsen kontrollieren, entlüften und einstellen. Sind die Bremszylinder und die -beläge noch in Ordnung? Hat sich Rost unter den Manschetten der Zylinder gebildet (dann ist Ersatz fällig)? Achtung beim Entlüften: Der Helfer darf das Bremspedal nicht bis zum Bodenblech durchdrücken, da sonst der Bremszylinder überdehnt wird. Die Bremsflüssigkeit zieht mit der Zeit Feuchtigkeit. Fachleute empfehlen deshalb, diese ca. alle zwei Jahre zu ersetzen. Trick: Zuerst den Vorratsbehälter leersaugen, damit nicht zuerst die alte Flüssigkeit durch das ganze Bremssystem gepumpt werden muss. Bremsflüssigkeit ist Sonderabfall!

Wir wechselten dann zur Hinterachse und betrachteten deren Konstruktion genauer. Dazu bauten wir auch eine der Steckachsen aus und besprachen die verschiedenen Ursachen, wenn die Hinterachse Öl verliert. Solange dieses Öl nicht in die Bremsen läuft und die Bremsbeläge verschmiert, ist der Ölverlust nicht gravierend. Wenn die Ursache lediglich eine rissige Papierdichtung zwischen Steckachse und Nabe ist, kann der Ölverlust einfach und schnell behoben werden. Liegt die Ursache aber an anderer Stelle, z.B. einem undichten Simmering hinter der Radnabe, wird es etwas komplizierter.

Weitere Themen waren Zündungs- und Vergaserprobleme an einigen der Fahrzeuge. Diese wurden gleich vor Ort gründlich analysiert und - wenn möglich - behoben. Wer weiss schon, wo er die Markierungspunkte an der Schwungscheibe findet? Und welcher der drei Punkte definiert den oberen Totpunkt des Kolbens? 

Nicht zu vergessen: Die tolle Gulaschsuppe, welche Tonis Gemahlin, Karin Illi, für uns gekocht hat. Würzig, kräftig, wärmend und überaus nährend. Schon die Suppe war den Besuch des Tages wert! Herzlichen Dank, Karin. Du hast ebenfalls grossen Anteil am Erfolg des Tages.

Die Teilnehmer waren allesamt sehr zufrieden und wir haben alle viel gelernt. Es war ein interessanter, aber auch unterhaltsamer Tag, bei dem die Zeit sehr schnell vergangen ist. Wir waren uns einig: Der Werkstatttag soll wiederholt werden.

Georges Guggenheim