Die Interessengemeinschaft für
Spridgets in der Schweiz

Felix Mendelssohn-Bartholdy war kein Spridget-Fahrer, als er dieses Lied schrieb. Aber mit Sicherheit ebenso von der Bergwelt fasziniert wie unsere englischen Freunde vom Midget- und Sprite-Club aus der Grafschaft Kent und wir alle, die wir gemeinsam vom 4. - 8. September 2017 die knapp einwöchige Reise im Gotthardgebiet unternommen haben. Die Wetterbedingungen waren ideal, die Dächer konnten bis auf einen kurzen Regenschauer unten bleiben.

 

Die Idee zu dieser Alpen-Reise war 2016 entstanden, als Oliver Wilkinson und der Schreibende zwei Tage lang mit den MASC-Mitgliedern in Frankreich tourten. ALPINE MIGLIA 2017 war geboren. Oliver und ich haben dann die Reise entworfen, die Routen geplant, eine auch für Engländer in der für sie teuren Schweiz passende Unterkunft und Verpflegungsmöglichkeiten gesucht und schliesslich die ganze Reise im Juli gemeinsam rekognosziert und abgefahren.

Am 4. September war es soweit: Wir trafen die MASC-Mitglieder in Basel, von wo aus wir über Delsberg, Biel und Bern nach Interlaken fuhren, wo wir das Mittagessen einnahmen. Weiter gings an diesem ersten Tag  über Brienz, den Susten- und den Oberalppass nach Sedrun. Dort waren wir für die ganzen Zeit unserer Tour im Hotel Krüzli einquartiert. Dieses Hotel können wir ruhigen Gewissens gerne weiterempfehlen: Die Zimmer sind gemütlich und gut ausgestattet, das Essen vorzüglich und das Personal sehr freundlich. Was uns ganz besonders gefreut hat: Im Laufental warteten Mitglieder des MG-Clubs auf uns, um uns eine gute Reise zu wünschen, sie waren extra dafür dorthin gefahren!

Der zweite Tag, Dienstag, war als Ruhetag geplant. Entsprechend kurz war die Tour: Sedrun - Oberalppass - Gotthardpass - Tremola - Airolo - Bellinzona und zurück. Höhepunkt des Tages war die Tremola. Wer sie nicht schon kannte, ist fast ausgeflippt! In Bellinzona war es so unerträglich heiss (35° C), dass wir bald wieder umkehrten, um in die kühleren Berge zurück zu fahren. Auf die geplante Besichtigung der Schlösser haben wir verzichtet.

Der Mittwoch war einer der Höhepunkte der gesamten Tour. Wir fuhren in Sedrun los nach Landquart zum Walensee und auf den Kerenzerberg. Im Hotel Römerturm in Filzbach mittägliche Stärkung und dann weiter ins Glarnerland und über den Klausenpass. Dieser gilt zu Recht als einer der schönsten und wildesten Pässe unserer Schweizer Alpen. Dazu seine Vergangenheit als Schauplatz eines der bedeutendsten Bergrennens. Dazu das imposante Wetter: Abwechselnd Nebelschwaden und Sonne, immer wieder öffneten sich atemberaubende Ausblicke, wenn sich der Nebel zurückzog. Es war einmalig. Weiter ging dann die Tour über Altdorf, die eindrückliche Grossbaustelle in der Schöllenen und über den Oberalpass zurück nach Sedrun.

Am nächsten Tag fuhren wir schon recht früh auf den Gotthard hinauf. Dort warteten kundige Führer, welche uns die historische Gotthardfestung erklärten. Wir glaubten unseren Führern aufs Wort, wenn sie sagten, dass es kaum einer der hier diensttuenden Soldaten mehr als 10 Tage unter Tag ausgehalten hat. Endlose, feuchte, tropfende Gänge, enge und karg ausgestattete Aufenthalts- und Arbeitsräume, Massenlager, kein Tageslicht, künstliche Belüftung - grauslig. Weiter ging dann die Fahrt nach Biasca - natürlich via Tremola - und dann über den Lukmanierpass zurück nach Sedrun. Der Tag wurde gekrönt durch ein gemütliches und sehr umfangreiches Barbeque auf dem wunderschönen öffentlichen Grillplatz der Gemeinde Sedrun. Oliver hatte den Abend organisiert und vorbereitet, die Zeit verging wie im Flug und nur die einsetzende Nachtkälte trieb uns ins Hotel zurück.

Freitag war bereits der Abschlusstag. Über die klassische Route Oberalppass - Furkapass - Grimselpass - Brünigpass fuhren wir nach Luzern, wo wir im Verkehrshaus die Reise beendeten und etwas wehmütig Abschied nahmen. Wir strebten auf verschiedenen Wegen nach Hause, unsere englischen Freunde hatten noch den weiten Heimweg vor sich. Höhepunkt des Tages war sicherlich die Einfahrt ins Verkehrshaus durch den Haupteingang, an den Besuchern vorbei (die sichtlich Freude an unseren kleinen Sportwagen hatten) vor den Ausstellungstrakt mit alten Autos. 

Das Fazit: Eine für alle unvergessliche Woche, kaum Pannen, rund 1500 km Fahrt in den Alpen, insgesamt 15 Passüberquerungen, nur 30 Minuten Regen (obwohl die Prognosen schlecht waren).

Wir danken an dieser Stelle unseren Mitgliedern und Gästen aus Deutschland, welche uns während der ganzen Reise oder an einzelnen Tagen begleitet haben: Es waren dies Charly und Martina Müller aus Rapperswil, Herbert Weibel aus Kriens, Urs und Anja Burkard aus Glattfelden, Alex Hauenstein mit Partnerin Theres aus Oberrohrdorf, Sibylle, Sarah and Flo Wilkinson aus Flaach und England sowie Stefan und Michael Karrer und Peter Ohorn vom deutschen Spridget-Club.

Georges Guggenheim

 

 

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